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Harald Weidner Offline



Beiträge: 16

14.05.2020 08:11
MB 2020-20 vom 14.05.2020 Antworten

6. Corona-Bekämpfungsverordnung RLP gilt ab dem 13. Mai

Die Zeiten sind gerade für uns alle sehr herausfordernd. Die erste Welle der CoronaKrise ist in einem für alle Beteiligten enormen Kraftakt gemeinsam und zur
allgemeinen Zufriedenheit diszipliniert gemeistert worden. Die 6. CoronaBekämpfungsverordnung RLP gilt ab dem 13. Mai, d.h. weitere Wiederaufnahme des
Freizeit- und Breitensports ist möglich. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz spricht
von einem leichten Aufatmen bei den mehr als 6.000 Sportvereinen in RheinlandPfalz. Die Landesregierung ermöglicht eine weitere Öffnung im Trainingsbetrieb des
Freizeit- und Breitensports, natürlich stets unter strengster Beachtung der gültigen
Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Dabei geht es auch um den Sport, um den Mannschaftssport, um den Amateursport
und den Nachwuchs. Es braucht wieder einen Schulterschluss und eine enorme
Kraftanstrengung, um die für uns alle wichtigste Nebensache der Welt zu retten.
Nach dem Abschluss unserer Spielrunde 2019/20 geht nun der Blick nach vorne auf
eine mögliche neue Spielzeit 2020/21. Jetzt braucht es viel Augenmaß und noch mehr
Mut für den nächsten Schritt.

Der Fußball in Deutschland erhielt grünes Licht für die Fortsetzung der 1.+2.
Bundesliga ab dem kommenden Wochenende. Schlecht sieht es jedoch für HallenSportarten wie Eishockey, Volleyball und Handball aus, hier besteht große
Ungewissheit. Wir können letztendlich nur von Woche zu Woche die Informationen
werten, die wir von der Politik bekommen. Letztendlich entscheidet immer die Politik,
wie es weitergeht, welche Möglichkeiten es für den Sport gibt. Aktuell sehen viele
Sportfunktionäre die Situation jedoch dramatisch. Wenn man die Informationen der
Politik bewertet, dann gibt es aktuell keine Möglichkeiten, wann eine HBL/HBF oder
DEL beginnen sollen und dass diese Wettbewerbe vor Publikum stattfinden können.

Das wirkt sich entsprechend bis in untersten Leistungsklassen auch in unserem PfHV
aus. Meine Gespräche mit Verantwortlichen unserer Top-Handball-Teams der Region
ergaben, dass, wenn es keine Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten und
keine Einnahmen aus der Bewirtung bei Heimspielen gibt, unser Handball nur schwer
überleben kann. Ebenso wird sich das Thema Sponsoring komplett wandeln, viele
Sponsoren im Handball sind direkt von der Corona-Krise betroffen. Dazu fehlen aber
auch den kleinen Vereinen im PfHV die zusätzlichen Einnahmen durch Sommerfeste,
Sommerturniere und Trainingscamps und damit die Stützen für die Finanzierung der
kommenden Saison. Das wiederum bedeutet, dass viele Vereine in ihrer Existenz
inzwischen mehr als gefährdet sind. Viele sehen die Gefahr, die momentan bereits für
den Sport insgesamt besteht, allerdings ist diese Sichtweise bei den politischen
Entscheidungsträgern noch nicht angekommen. Doch auch im Sport selbst haben noch
nicht alle die dramatische Lage erkannt und auch der Handball ist noch eher
zurückhaltend.

Wie soll man im mittleren und unteren Leistungsbereich- aber auch im Nachwuchs -
dem Handball noch nachgehen, wenn die Vorgabe ist, dass man permanent und
regelmäßig getestet werden muss. Außerdem ist die Implementierung eines
Hygienekonzeptes nach den Empfehlungen des DOSB / DHB für kleine Vereine, oder
Vereine, die sich meist eine oder gar mehrere Sporthallen mit anderen Vereinen teilen
müssen, eine Herausforderung. Das kann und wird ein ganz weiter Weg werden, bis so
etwas funktioniert.

Die Welt des Sports wird eine andere sein in den nächsten Monaten und Jahren, als
wir sie bisher gekannt haben. Die Gefahr, dass unsere Jugendliche und Kinder dem
Handballsport verloren gehen, weil sie diesen nicht mehr ausüben können, ist enorm.
Wenn Sport über längere Zeit nur noch eingeschränkt ausgeübt werden kann, wirkt
sich das aber auch wiederum auf unsere Gesundheit generell aus. Nicht die
Sportfunktionäre, sondern die Politiker stellen derzeit die Weichen für die
Mannschaftssportarten und somit auch für unseren Handball. Keine einfache Situation
hier mit Augenmaß und Weitblick die richtigen Entscheidungen zu treffen, um mittelund langfristig wieder eine Perspektive zu haben.
|Ulf Meyhöfer|

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